Tipps und Tricks für Forelle und Co

 

Auf Äschen mit Pose und Nymphe

Die Pose ist ein zeitloses Angelgerät für fast alle Fälle. Die Fliege dagegen zählt zu den eleganten Feinheiten des Angelns. Scheuen Sie sich nicht, die scheinbar Unvereinbaren zu etwas zeitlos Elegantem zu kombinieren.


Es ist immer wieder faszinierend, einen erfahrenen Fliegenfischer beim Ausüben seiner Passion zu beobachten. In großen Bögen wird die Flugschnur erst in der Luft gehalten, um dann die Fliege mit größter Präzision an einem schnurgerade gestreckten Vorfach auf dem Wasser abzulegen. Sobald im Wasser verbliebene Schnurbögen von der Strömung erfasst werden, führt dies zum Dreggen und damit zu unnatürlichen Bewegungen der Fliege. Die edlen Äschen ignorieren solch unnatürlich präsentierte Köder im Winter oft rigoros.

Um selbst in stärkster Strömung und tiefen Gumpen bis zu den kapitalen Äschen am Grund vorzudringen und diesen die Insektenimitation auch dort noch attraktiv zu präsentieren, bedarf es einer enorm großen Erfahrung. Wie ich schon oft beobachten musste, gibt es nur wenige, die diese Erfahrung auch tatsächlich haben.

Nach der Lektüre zahlreicher Bücher über das Fliegenfischen, speziell auf Äschen, war für mich klar, dass es an der Zeit war, etwas Neues in Bezug auf das winterliche Äschenangeln mit der Fliege zu probieren. Eine möglichst natürliche Präsentation des Köders ist beispielsweise auch beim Angeln auf Döbel von großer Bedeutung. Doch hierbei benutze ich vorzugsweise eine Posenmontage, die es mir ermöglicht, den Köder exakt in der Wassertiefe zu präsentieren, die ich vorher auch eingestellt habe. Mit einer entsprechenden Tragkraft der Pose funktioniert dies auch in starker Strömung und tiefen Gumpen.

Warum also nicht anstatt eines Madenbündels oder eines Wurms einfach einmal eine Kunstfliege als Köder an der Posenmontage präsentieren?
 

Tiefe Fliegen






Pose und Fliegen – für Puristen gehört das nicht zusammen. Wer fangen will, darf das auch anders sehen.

Um meine Idee in die Tat umzusetzen, musste ich mir erst einmal einen Überblick über die verschiedenen Arten und Muster der kunstvoll gebundenen Insektenimitationen verschaffen. Da ich es primär auf kapitale Grundäschen abgesehen habe, sollte der Köder auch in entsprechenden Tiefenregionen präsentiert werden. Somit schließe ich für meinen Einsatz Trockenfliegen von Anfang an aus. Es blieben noch Nassfliegen und Nymphen übrig. Erstere haben aufgrund ihrer Flügel und kleinen Hecheln oft ein etwas größeres Volumen gegenüber Nymphen und damit auch eine größere Angriffsfläche für die Strömung. Deshalb setze ich Nassfliegen mit einer weniger kompakten Bebleiung ein als ich es bei Nymphen tue. Auf diese Weise präsentiere ich Nymphen immer hart am Grund während ich Nassfliegen eher verführerisch in Grundnähe tänzeln lasse.

Und, wie sich herausstellte, beides mit phänomenalem Erfolg. Zum erfolgreichen Fliegenfischen mit der Pose ist natürlich eine passende Ausrüstung vonnöten. Um ein Höchstmaß an Kontrolle über die Pose sicherzustellen fiel meine Wahl auf eine 8 Meter lange Bologneserute mit einer sensiblen Spitze und einem starken Rückgrat, die es mit kapitalen Äschen in starker Strömung aufnehmen kann.



Bei den Posen setze ich wegen Strömung und Gewässertiefe eher kompaktere tropfen- oder zwiebelförmige Modelle von 2,0 bis 5,0 Gramm Tragkraft ein. Als Hauptschnur dient mir eine 0,16er Monoschnur, welche ich über eine Schlaufenverbindung mit Vorfächern aus Fluorocarbon kombiniere. Je nach Beschaffenheit des Gewässerbodens wähle ich bei diesen einen Durchmesser von 0,12 bis 0,14 Millimeter. Bei vielen scharfkantigen Hindernissen im Wasser entscheide ich mich wegen der höheren Abriebfestigkeit stets für den größeren Vorfachdurchmesser, auch wenn man hierdurch manchmal etwas weniger Bisse verzeichnet.

Bei den Fliegen versprechen gerade im Winter eher kleinere Modelle Erfolg, da auch in der freien Natur kaum noch größere Fluginsekten anzutreffen sind. Bei Imitationen von Bachflohkrebsen kann man auch getrost zu etwas größeren Mustern greifen.

Zu guter Letzt musste ich noch feststellen, dass man beim winterlichen Watangeln besser nicht die gleichen Stiefel wie auch im Sommer benutzt. Speziell mit Neopren gefütterte Watstiefel, sind deutlich besser für die winterlichen Temperaturen geeignet, da sie den Angler praktisch doppelt isolieren.
 

Pose mit Nymphe




Für Nymphen setze ich stets eine Pose ein, die ein halbes Gramm mehr Tragkraft hat als ich eigentlich für die entsprechende Stelle wählen würde. Um trotzdem noch sensibel genug auf die Bisse reagieren zu können, muss die Pose immer perfekt bis zur Antenne austariert sein.

  • Bei der Bebleiung kommt eine Torpille zum Einsatz, die ca. 80 Prozent der Gesamttragkraft ausmacht. Der Rest wird mit einer Kette aus kleinen Bleischroten (0,1 bis 0,15 g) austariert.
  •  Das Vorfach sollte bei dieser Methode nicht zu lang gewählt werden, da sonst zu viel Bewegung in den Köder kommt: ca. 21 Zentimeter haben sich bewährt. Indem man die Montage bei Abtreiben mal mehr und mal weniger verzögert, kann man die Nymphen besonders verführerisch über den Gewässergrund hüpfen lassen. Das Beißverhalten ist oft von Tag zu Tag unterschiedlich, deshalb muss man etwas experimentieren.


 

Pose mit Nassfliege




Bei Nassfliegen benutze ich eine etwas kleinere Pose mit etwas geringerer Tragkraft, weil ich eine größere Beweglichkeit des Köders am Grund sicherstellen will.

  • Deshalb verzichte ich in diesem Fall auch auf eine Torpille als Bebleiungsschwerpunkt und tariere die Pose lediglich mit einer Bleikette aus. Hierbei sind die beiden untersten Bleie etwas kleiner als die restlichen, um den verschiedenen Strömungsverhältnissen unter Wasser gerecht zu werden.
  • Mit einer Vorfachlänge von ca. 26 Zentimeter ist eine deutlich höhere Beweglichkeit des Köders gewährleistet als bei der Nymphenmontage. Durch die ungleichmäßige Verzögerung der abtreibenden Montage tänzelt die Nassfliege dann durch die lange Bleikette im gesamten bodennahen Gewässerbereich auf und ab. Gerade im Winter trägt diese Art der Bewegung entscheidend zum Fangerfolg bei.

 

Viele Interessenten

Zu meiner großen Überraschung durfte ich feststellen, dass sich nicht nur Äschen für eine grundnah präsentierte Insekten-imitation interessieren. Neben Döbeln und Regenbogenforellen ließ sich sogar die ein oder andere schöne Barbe aus ihrer Winterlethargie locken. Allgemein fing ich Forellen und Döbel eher mit etwas sanfter präsentierten Nassfliegen. Die Äschen und Barben habe ich hauptsächlich mit hart am Grund präsentierten Nymphen überlistet.

Mittlerweile bin ich ein großer Fan des Posenangelns mit Kunstfliegen geworden und setze die Methode nicht nur im Winter, sondern in allen Jahreszeiten ein.

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist es übrigens, dass man praktisch immer „frische“ Köder hat und sich keine großen Gedanken um die richtige Lagerung machen muss. Einfach Fliegendose auf und fertig. Was die Köderpräsentation angeht, so erreicht man, meiner Meinung nach, hierbei sogar eine deutlich höhere Präzision und Köderkontrolle als beim herkömmlichen Naßfliegen- und Nymphenfischen mit der Fliegenrute. Auch bei der Bissanzeige sind die hier beschriebenen Posenmontagen extrem sensibel und somit fischschonend. Dies bewirkte u.a., dass ich keinen einzigen Fisch mit dieser Methode gefangen habe, der nicht im vorderen Maulbereich gehakt war.

Es mag den einen oder anderen Puristen unter den Fliegenfischern geben, der es nicht allzu gerne sieht, wenn Kunstfliegen an einer Posenmontage angeboten werden. Letztendlich sollte aber jeder für sich selbst entscheiden, wie er seiner Passion nachgeht und seine Fische fängt, so lange diese hierbei keinen unnötigen Schaden nehmen. Es gibt keine richtige oder falsche Angeltechnik, es gibt lediglich erfolgreiche und weniger erfolgreiche Methoden.

 www.ssfv.at

" Natürlich " auf Äschen

 Es ist wieder Zeit, dass wir die Äschenrute mit der Laufrolle aus der Ecke holen. Der leichte Herbstnebel streicht übers Wasser, das Rauschen des Flusses ist leiser geworden und bis weit in den Winter lockt uns die im silbernen Kleid schimmernde Äsche ans Wasser.

Noch in den 1980er-jahren waren Naturköder für die Äschenfischerei „en vogue“. Der anschlies-sende Interessenschwund ist wahrscheinlich mit der Vielzahl an Kunstködern wie Nymphen aus der Fliegenfischerei und der einfacheren Beschaffung derer zu erklären. Doch die altbewährten Naturköder sind auch bei den heutigen Äschen weiterhin populär – wir machen einen Blick zurück…

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«Alpenfischer»-Autor Andi in seinem Element. Mit der langen Flussrute und Laufrolle auf Äschen – das passt.

 

Welcher Köder präsentiert präziser die natürliche Nahrungsquelle als eine frisch unter dem Stein gesuchte Köcherfliege oder ein Bachflohkrebs? Ich kann mich noch gut in meine Jugendzeit zurück erinnern, als ein Bursche in meinem Alter mit antiker Ausrüstung im Minutentakt Barben, Äschen und Alet aus dem Fluss zog. Nichts aber auch gar nichts konnte der Köcherfliegenlarve da das Wasser reichen. Bis ich und meine Fischerkollegen das Geheimnis des Köders geknackt hatten, floss viel Taschengeld in Angelzubehör, ohne unseren Erfolg wesentlich gesteigert zu haben.

Ist das Wasser bereits zu kalt, oder der Aufwand zu gross, die natürliche Nahrung der Äschen zu beschaffen, bieten sich folgende Naturköder an. Der Mistwurm lässt sich leicht im Kompost finden und fängt anfangs Saison genauso gut wie der rote Haken. Nur hat er den Vorteil, dass ein Anhieb, der den sonst verhängnisvollen Bruchteil einer Sekunde zu spät wäre, den Fisch trotzdem sicher hakt. Denn so rasch wie ein Kunstköder wird er nicht ausgespuckt. Dies gilt übrigens für alle Naturköder.

 

Dass der Köder trotzdem nicht tief geschluckt wird, liegt in der Methode des Fischens mit der Laufrolle. Auch ein verschlafener Anhieb ist noch schnell genug. Wenn wir schon schmutzige Hände haben, können wir uns einem weiteren Naturköder nähern. Diesen Geheimköder suchen wir nun auf dem Bauernhof. Es geht um die Larve der Mistbiene, also die Rattenschwanzlarve. Alles klar? Ich denke die meisten kennen diese leicht gelbe und bis 20 mm lange Larve besser als «Güllenmade, Güllenwurm oder Güllenmügger». Früher in grossen Mengen bis im September auf vielen Bauernhöfen zu finden, wurde sie durch den Einsatz von Mixern, häufigerem Güllen  und besserer Abschottung der Jauchengrube zu den Melkstationen, zu einem schwierig zu findenden Tierchen. Werden wir aber fündig, wird uns dieser Topköder, in grobe Sägespäne gepackt und im Keller aufbewahrt, bis Ende Saison zur Verfügung stehen.

Keine Lust in die Jauche zu greifen, sondern lieber ins Portemonnaie? Dann sind der Mehlwurm und die Bienenmade erste Wahl. Beide fangen gut und sind lange und sicher aufzubewahren. Mehlwürmer in Haferflocken mit etwas Papier, werden uns viele Monate als Ködervorrat dienen.

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Ein toller Fang – mit Naturködern kein Problem.

Aus dem Vorratsschrank

Noch einfacher und billiger ist die Beschaffung von Brot, Mais und Hörnli. Diese vegetarischen Köder fangen an vielen Äschenstrecken erstaunlich gut. Dass Brot funktioniert, ist durch die intensive Fütterung von Schwänen und Enten nachzuvollziehen. Warum aber Mais und Hörnli so fängig sind, darüber lasst sich nur spekulieren. Klar, da wo das Anfüttern erlaubt ist, wird munter davon  Gebrauch gemacht. Und die Fische gewöhnen sich rasch an dieses opulente «All-you-can-eat-Buffet». Trotzdem hatte ich mit Mais schon Erfolg an Strecken, wo das Anfüttern verboten ist. Erinnert es an ein Brotkrümel oder kleine Muscheln? Aus meiner Erfahrung können speziell die beiden Köder Mais und Hörnli den ideologischen Graben zwischen Kunst- und Naturköderfischern aufreissen. Woran liegt dies? Es gab  immer wieder Gerüchte, dass speziell Mais bei den Äschen kaum verdaulich und somit schädlich sei. Wer hat noch nie eine Äsche gefangen, die einen prall gefüllten Bauch mit frischen Maiskörnern hatte? Gilt dieser Sachverhalt auch für die Hörnli?

Köderführung

Generell kann gesagt werden, dass der Naturköder kleine Fehler bei der Präsentation besser kaschiert, da Aussehen, Geschmack und Konsistenz hier sicherlich vorteilhaft mitspielen. Was hingegen beachtet werden sollte, ist beim Gebrauch von Mais/Hörnli an Gewässern, an welchen rege angefüttert wird. Hier wissen die Fische exakt, in welcher Geschwindigkeit die vielen Vegi-Brocken an ihnen vorbei treiben. Da gilt es Drift-Fehler des Zapfens zu vermeiden.

Faktenbox

Gerät, Montage

Für die Naturköderfischerei gelten vorwiegend die gleichen Regeln wie für die Kunstköderfischerei auf Äschen mit der Laufrolle. Es gilt  trotzdem ein paar Finessen genauer zu betrachten.

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So sieht sie aus, die Güllenmade oder Rattenschwanzlarve. Sie ist einer der Top-Naturköder – nicht nur auf Äschen.

Haken

Hier gilt es den zum Köder passenden Typ zu verwenden.

Naturköder auf Aeschen fischen, Alpenfischer, fischen, angeln, Flussfischen auf Äschen, AeschenhakenKurze Köder (Mais, Hörnli, Brot, Güllenmade) kommen am besten auf den Chriesihaken (links) (Papageienhaken) oder einen anderen kurzschenkligen Haken (mittig). Köder die auf den Haken aufgezogen werden müssen, halten am besten auf den geleimten Haken (rechts) (Mistwurm, Köcherfliegenlarve, Mehlwurm, Bienenmade etc.). Dieser abstehende Dorn am Hakenschenkel verhindert ein Runterrutschen des Köders und somit unnötigen Drall im Vorfach beim Einziehen.

 Pose und Vorfach

Aeschenpose, Äschenzapfen, Laufrolle fischen

Solche oder ähnliche Posen eignen sich perfekt für die Fischerei auf Äschen. Das Traggewicht musst Du auf den Köder und die Wassertiefe abstimmen. Meistens liegt es bei 6 bis 10 Gramm.

Posengrösse, Vorfachdurchmesser sind köderunabhängig und den Gewässertypen anzupassen. Speziell in ruhig und langsam fliessenden Äschenstrecken kann die Vorfachlänge bei Naturködern ruhig etwas länger sein, da der Anhieb nicht so direkt erfolgen muss. Das kann bei sehr heiklen und grossen Fischen ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein.

 

Besonders lehrreich

Abschliessend möchte ich auf einen weiteren Pluspunkt hinweisen. Wie es der Name schon sagt, ist die Natur hier einbezogen. Stell Dir vor, Du gehst mit einem Jungfischer oder einer Jungfischerin auf Äschen. Bevor der Fischertag mit der Rute startet, wird ein kleiner Bach für die Suche nach Köcherfliegen besucht. Es werden viele Fragen zu den hier befindlichen Insekten, Amphibien, Reptilien zu hören sein.

Auch auf dem Bauernhof bei den Güllenmaden wird es spannende Begegnungen mit Tieren geben. Wenn Du den hoffentlich entfachten Wissensdurst beim Nachwuchs mit deinen Antworten auch nur teilweise befriedigen konntest, so trägt dies wesentlich dazu bei, die komplexe und faszinierende Natur besser zu verstehen. Glaubst Du, es sei wirklich noch relevant ob anschliessend viel gefangen wird? Dieser lehrreiche Natur-Tag wird in Erinnerung bleiben – garantiert!

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Auf Aalrutten in den SSFV Gewässern

Die Aalruttenzeit

Die Temperaturen sind stark gefallen und beim Schritt vor die Haustür weht einem ein kalter Wind ins Gesicht. Lohnt es sich da wirklich noch angeln zu gehen? Auf jeden Fall, denn jetzt ist die beste Zeit zum Fang von Aalrutten.

Die Süßwasserdorsche steigen, wenn es draußen ungemütlich ist, zu ihrer Laichwanderung die Flüsse hinauf und schlagen sich dabei ordentlich den Magen voll. Hartgesottene Angler haben jetzt hervorragende Fangmöglichkeiten. Im Sommer geht nur selten eine Rutte an den Haken. Wenn dann nur an ganz bestimmten Stellen, wo sie ihre Verstecke haben, denn sie ziehen bei warmen Wassertemperaturen nicht herum und nehmen nur Nahrung auf nach der sie nicht lange suchen müssen.

Besonders beliebt ist die Fischerei auf Aalrutten und Bächen an Flüssen. Zwar beherbergen auch tiefe Seen zum Teil gute Bestände, aber hier ist es schwierig die Standplätze der Fische zu finden, zumal sich das Vorkommen nur auf verhältnismäßig wenige stehende Gewässer beschränkt. Aalrutten sind in allen Flussregionen zu finden. Gerade kleine Forellenbäche werden oft als Ruttengewässer unterschätzt.

Gute Bestände in unseren Vereinsgewässern finden sich besonders in der Salzach, der unteren Oichten sowie der unteren Moosach. Aber auch vom Hürdenteich und den Riedersbacher Lacken wurden schon Ruttenfänge gemeldet.

Am besten lassen sich Aalrutten nachts fangen, dabei ist die Zeit bis 22 Uhr meist am erfolgreichsten. Und da bei uns das Fischen bis 23:00 uhr erlaubt ist, bietet sich dazu auch eine perfekte Möglichkeit.

Wetterlage und Wasserstand haben großen Einfluss auf das Beißverhalten der Rutten. Die besten Erfolge erzielt man an regnerischen oder verschneiten Tagen mit Temperaturen um 0 Grad oder knapp darüber verzeichnen. Auch ein leicht angetrübtes Wasser verspricht Fangerfolge.

Als Angelgeräte benötigt man Karpfen- oder Feederruten, robuste Rollen, die am besten eine Freilauffunktion haben. Da geflochtene Schnüre bei Frost untauglich sind, sollte man ein 0,30er Monoschnur verwenden. Bei der Montage sind Experimente fehl am Platz. Eine klassische Laufmontage mit Anti-Tangle-Röhrchen ist ideal. Die Bleie sollten flach und schwer genug sein, so dass sie in der Strömung liegen bleiben. 0,20er bis 0,25er Vorfächer mit 2er bis 6er Haken komplettieren das Ganze. Bisse werden beim Quappenangeln über die Rutenspitze angezeigt, welche man mit einem Knicklicht oder Glöckchen ausrüstet. Vor dem Anhieb sollte man noch kurz abwarten, damit die Quappe den Köder richtig schlucken kann.

Als Köder kommen Tauwürmer, kleine Fischchen und Fetzenköder in Frage. Es kann von Vorteil sein, den Köder mit einem Lockstoff zu behandeln. Leider bietet die Geräteindustrie noch keinen Quappenlockstoff an, doch ein spezielles „Wundermittel“ für die Süßwasserdorsche muss es gar nicht sein. Ein Lockstoff für Hechte, Zander oder Aale ist ebenfalls geeignet.

Wir wünschen ein kräftiges Petri Heil!

 

 

 

Forellensee-Einmaleins

 

Ist es wirklich ein Kinderspiel, am Forellenteich zu fangen? Meine Antwort lautet: Das kommt ganz drauf an. Beißorgien und Schneidertage - beide Extreme gehören nun mal zum Angeln. Die Kunst und der Anspruch bestehen darin, so regelmäßig wie möglich, selbst unter schwierigen Bedingungen, ganzjährig zu fangen.

Wer kennt das nicht: Große Vorfreude, und dann herrschen am Angeltag widrige Umstände. Das ist oft der Fall, wenn Regen und Nordwind zusammenfallen oder ein Kälteeinbruch über Nacht für eisige Winde sorgt. Selbst an bestens besetzten Put & Take-Gewässern gibt es Tage, an denen um jede Forelle gekämpft werden muss. Das gilt vor allem auch an Wochenenden und Feiertagen, wenn die Petrijünger Schulter an Schulter stehen. Durch den enormen Betrieb werden die Forellen dann stündlich vorsichtiger. In der Folge zeigen sich auch die Angler immer nervöser und verbringen oft mehr Zeit mit Köderwechseln als mit der Angelei selbst. Viel effektiver ist es, einigen vielfach bewährten Grundregeln zu vertrauen.

 

Tipps am Teich

• Je kälter das Wasser, desto tiefer steht der Fisch. Das setzt dann natürlich auch eine bodennahe und langsame Köderführung voraus. Manchmal kurble ich den Köder nur zehn Zentimeter über Grund ein.

• Wird an kalten Tagen mit Forellenteig geangelt, lasse ich die Teigspirale grundsätzlich weg. Es kommt dann darauf an, einen besonders kräftigen Anschlag zu setzen. Denn bei niedrigen Temperaturen ist der Teig sehr zäh und fest.

• Bei trübem Wasser helle, bei klarem Wasser dunkle Köder fischen.

• Wird der Köder flach, also dicht unter der Oberfläche geführt, gilt es, bei der Farbe einen Kontrast zum Ton des Himmels zu setzen.

• Wenn alle Angler ihre Sbirolinos und Posen in die Mitte des Gewässers pfeffern, lohnt es oft, näher am Ufer zu angeln - vorausgesetzt natürlich, dass die Wassertiefe dort noch ausreichend ist.

• Besondere Gewässerstrukturen wie Einläufe, Mönche, überhängende Bäume und Büsche sollten stets unser besonderes Augenmerk haben.

• Wenn es sich einrichten lässt, Phasen mit viel Andrang am Wasser meiden, und stattdessen lieber zwei bis drei Tage nach dem Wochenende oder Feiertag ans Wasser gehen. Die Fische sind dann ruhiger und nehmen den Köder eher.

• Bei beißfaulen Forellen, zum Beispiel nach Wetterumschwüngen, Geduld zeigen und kleine Köder anbieten.

Flexibel durch die Saison

Ich fische grundsätzlich mit zwei Ruten. Die eine wird abgelegt und der Köder passiv am Grund angeboten, die andere in die Hand genommen, um den Köder aktiv zu schleppen. Flexibilität ist an Forellenseen enorm wichtig, um situationsbedingt reagieren zu können.

Herrschen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, oder bricht starke Kälte über Nacht ein, stehen die Fische tief und sind sehr träge. Heikle Bedingungen also, wie sie von November bis März regelmäßig vorkommen. Dann bestücke ich die stationäre (passive) Rute mit einem Bodentaster, um die Montage auf Grund zu legen. Die Vorfachlänge beträgt 1,0 bis 1,5 Meter. Je nach Standtiefe der Fische, fixiere ich den Köder mit einem Bleischrot so, dass er zehn bis 50 Zentimeter über dem Boden lockt. Als Köder dienen Bienenmaden oder Mehlwürmer, die mit Auftriebsperlen „aufgepoppt“ werden. Alternativ lohnt auch ein Versuch mit Forellenteig oder eine Kombination aus beiden Varianten.

Für Ansitzer im Winter: Die Bodentaster-Montage mit Bienenmaden und Auftriebskörper.

Für Ansitzer im Winter: Die Bodentaster-Montage mit Bienenmaden und Auftriebskörper.

 

Die Schlepprute wird ebenfalls mit einem Bodentaster bestückt, und die Vorfachmontage bleibt unverändert. Als Köder benutze ich hier ebenfalls Bienenmaden oder Teig. Die werden so am Haken befestigt, dass sie selbst unter leichtestem Zug sofort rotieren. Die Führung des Köders muss extrem langsam ausfallen, und kurze Stopps verbessern die Fangchancen.

Beim nächsten Szenario gehen wir von Temperaturen zwischen Null und 20 Grad aus - klassisches Frühlingswetter, bei dem wir mit allem rechnen müssen, Nachtfröste inklusive. Wenn nicht gerade Kälteeinbrüche die Fische Richtung Grund drücken, ist meist im Freiwasser mit Bissen zu rechnen. Das heißt: Wir müssen die Forellen suchen. Dafür benutze ich eine stationäre Rute in Verbindung mit einer gut ausgebleiten Pose. Gefischt wird im Mittelwasser, und zwar je kälter, desto tiefer. Es kommen alle Naturköder, egal ob frisch oder konserviert, infrage. Die Pose wird durch Wind und Wellengang bewegt. Dadurch sucht der Köder eine große Fläche ab.

 

Dreh fürs Frühjahr: Posenmontage zum Schleppen. Die L-förmig angeköderten Bienenmaden rotieren besonders verführerisch.

Dreh fürs Frühjahr: Posenmontage zum Schleppen. Die L-förmig angeköderten Bienenmaden rotieren besonders verführerisch.

 

Die Schlepprute wird mit einem langsam sinkenden Sbirolino bestückt, das Vorfach mindestens zwei Meter lang gewählt. Zirka 40 Zentimeter vor dem Haken sitzt ein Bleischrot. Das Gewicht sollte bei schwimmendem Teig etwas schwerer sein als beim Schleppen von leichten Forellenfliegen, Helikoptern (rotierende Weichplastikköder) oder Bienenmaden. Bei starkem Angeldruck ist es ganz besonders wichtig, den Gewässerrand und auffällige Strukturen am Ufer abzusuchen. Versuchen Sie immer, sich von der Masse der Kollegen abzuheben: Wenn alle mit Teig angeln, dann probieren Sie Maden oder Würmer sowie Bienenmaden, und zwar sowohl die eingefärbten als auch die konservierten.

Steigen die Temperaturen, werden die Fische nach und nach in höhere Regionen aufsteigen. Dann gilt es natürlich auch, die oberen Wasserschichten zu beangeln. Von März bis Mai sind die Beißzeiten über den ganzen Tag verteilt.

Früh und spät bei Hitze

Es ist Hochsommer - die Temperaturen steigen bis ins Unerträgliche, und der Sauerstoff unter der Oberfläche wird knapper. Oft trübt sich das Wasser noch durch verstärkten Algenwuchs ein. Gute Fänge sind jetzt vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden zu erwarten. Tagsüber gestaltet sich das Angeln sehr schwierig. Meist sind die Fische bei brütender Sonne in den schattigen Bereichen zu suchen. Eine Ausnahme bilden Tage, an denen die Forellen ihre Kreise im lichtdurchfluteten Oberflächenwasser ziehen. Ebenfalls empfehlenswert sind Plätze, an denen Einläufe oder Unterwasserquellen für erhöhte Sauerstoffwerte sorgen.

 

Knaller im Sommer: Streamer, die mithilfe eines vorgeschalteten Sbirolinos durchs Wasser gezupft werden.

Knaller im Sommer: Streamer, die mithilfe eines vorgeschalteten Sbirolinos durchs Wasser gezupft werden.

 

Die stationäre Rute bestücke ich mit einer Pilotkugelmontage und Naturköder. Bei der Schlepprute setze ich auf einen flach laufenden Sbirolino in Verbindung mit einem zwei Meter langen Vorfach. Als Köder dienen Teig oder konservierte Bienenmaden in L-Form. Eine lebhafte Rotation ist hier besonders wichtig. Sollten Sie einen Schwarm an der Oberfläche entdecken, dann pfeffern Sie bitte nicht Ihre Montage direkt in die Mitte der Fische, sondern arbeiten sich langsam vom Rand her vor!

Gute Erfolge habe ich in der warmen Jahreszeit auch mit großen Marabu-Streamern verzeichnet. Die werden an ein langes Vorfach montiert und im Schneckentempo durch das Oberflächenwasser gezupft. Ein weiterer, sehr fängiger Kunstköder ist der „Helikopter“ von Exori. Er empfiehlt sich natürlich speziell auch für Angler, die Probleme haben, Teig richtig in Form und an den Haken zu bringen. Wichtig beim Helikopter ist allerdings, dass man zirka 40 Zentimeter vor dem Köder einen zweiten Dreifachwirbel montiert, um Schnurdrall zu vermeiden.

Im Hochsommer gilt es, Ausdauer zu zeigen. Was die Fangaussichten betrifft, ist für mich die wärmste Jahrezeit noch heikler einzustufen als die kälteste.

Goldener Herbst

In der Phase bis zu den ersten Frostnächten sind die Wassertemperatur und der Sauerstoffgehalt optimal für Forellen. Die Fische präsentieren sich aktiv, streifen durch das gesamte Revier und nehmen bereitwillig Nahrung auf. Bisse sind den ganzen Tag über zu erwarten. Die Fische stehen gewöhnlich im Freiwasser, bei höheren Temperaturen auch dicht an der Oberfläche.

Im Herbst bestücke ich gern beide Ruten mit Pose und Naturköder, zum Beispiel Bienenmaden. Bei der geführten Gerte bringt das Schleppen den Köder zum Rotieren, bei der passiven Variante sorgen Wind und Welle für die nötige Bewegung. Falls erlaubt, ebenfalls lohnenswert: ein Versuch mit Kunstköder, Marabufliegen oder Helikopter, am vorgeschalteten Sbirolino.

Weich in den Herbst: Der „Helikopter“ propellert besonders reizvoll. Wichtig bei der Montage sind ein zweiter Dreifachwirbel und eine freie Hakenspitze!

Weich in den Herbst: Der „Helikopter“ propellert besonders reizvoll. Wichtig bei der Montage sind ein zweiter Dreifachwirbel und eine freie Hakenspitze!

 

So wichtig wie die richtige Taktik, ist das passende Geschirr. Zum passiven Ansitzen benutze ich die „Trout Explorer“ von Exori in einer Länge von drei Metern. Diese Rute kombiniere ich mit der „X-Cross 2000 RD Bait Runner“. Bespult ist die Freilaufrolle mit einer 0,20er Hauptschnur. Als Schlepprute kommt die „Sensotip“ von Exori in einer Länge von 3,60 Metern zum Einsatz. Mit ihren drei unterschiedlichen Spitzen, noch dazu in verschiedenen Härtegraden, kann man sich perfekt auf jede Situation einstellen. Die aktive Rute kombiniere ich mit einer „Racer 1000 FD“. Bespult ist die Rolle mit 0,18er Schnur. Das Vorfach wähle ich selten stärker als 0,15 Millimeter. Großen Wert lege ich beim Schleppen auf einen guten Wirbel. Um einen einwandfreien Lauf des rotierenden Köders zu gewährleisten, benutze ich den Premium-Dreifachwirbel aus dem „Trout-Project“-Programm von Exori, und zwar in der Größe 7 oder kleiner. Diese sind auch für Spinnangler erste Wahl! Nicht minder wichtig sind extrem scharfe und stabile Haken. Mein Favorit ist der „Mustad Ultrapoint“ in der Größe 8 bis 10.

 

Aus Fisch und Fang

Zielfisch Forelle: So fangen Sie am Forellensee

Sicher kann man aus der Angelei eine Wissenschaft machen. Doch mit nur zwei Basis-Methoden sind Sie das ganze Jahr erfolgreich. Von Georg Baumann

 

Je nach Wassertemperatur, Tageszeit und Futtervorkommen sind die Forellen entweder aktiv und vagabundierend oder träge und standorttreu. Im ersten Fall benötigen Sie eine Such-Montage, mit der Sie den Jagdtrieb der Räuber ansprechen. Im zweiten Fall müssen Sie den Fischen den Köder am besten direkt vor die Nase setzen und sie zum Anbiss überreden.

 

Schleppen

Im Frühjahr, Sommer und Herbst ist das Angeln mit Sbirolinos wohl die erfolgreichste Methode. Nach dem Auswurf wird der Köder langsam eingekurbelt, was Forellenangler als Schleppen bezeichnen. So suchen Sie große Wasserflächen ab und sprechen außerdem den Jagdtrieb der Forellen an. Die aus Italien stammenden Sbirolinos dienen dabei lediglich als Wurfgewicht und nicht als Bissanzeiger. Probieren Sie‘s aus! Sie werden feststellen, dass Weiten von 70 bis 80 Metern kein Problem sind. So erreichen Sie selbst an großen Seen die letzten Winkel.

Zutaten für die Erfolgs-Montage: kleine Haken, Wirbel, Perle und Sbirolinos. Die Weitwurf- Pose stammt aus Italien.

Zutaten für die Erfolgs-Montage: kleine Haken, Wirbel, Perle und Sbirolinos. Die Weitwurf- Pose stammt aus Italien.

 

Die Spezial-Posen haben einen exakt definierten Auftrieb, der dem normalen Sinkverhalten entgegen wirkt. Sbirolinos laufen je nach Ausführung an der Oberfläche, dicht darunter oder im Mittelwasser. Was für ein Modell Sie vor sich haben, erkennen Sie an den beiden aufgedruckten Zahlen. Die erste gibt das Gesamtgewicht an, das für die Wurfweite entscheidend ist. Die zweite beziffert das so genannte Unterwassergewicht, das das Sinkverhalten festlegt. Schnell sinkende Sbirolinos haben ein Verhältnis von zirka 5:1 bis 3:1 und laufen etwa drei bis sechs Meter tief.

Sbirolino-Montage

So werden wohl die meisten Forellen gefangen. Vor Drall schützt der 3-fach-Wirbel.

So werden wohl die meisten Forellen gefangen. Vor Drall schützt der 3-fach-Wirbel.

 

Als Köder kommt alles infrage, was sich dreht oder bewegt: Kleine Twisterschwänzchen, L-förmig aufgezogene Bienenmaden oder Mehlwürmer fangen Fische. Der absolute Klassiker ist aber Forellenteig. Diesen muss man so formen, dass er eine Art Löffelchen bildet und rotiert. Testen Sie das Laufverhalten unbedingt vorm Auswurf im Uferbereich! Ein Biss verrät sich durch ein kurzes Rucken der Rutenspitze. Öffnen Sie sofort den Bügel. Erst wenn die Forelle abzieht, können Sie sanft anschlagen.

Die Ruten sollten aufgrund der langen Vorfächer mindestens 3,30 Meter, besser noch 3,60 bis 4,60 Meter lang sein. Eine weiche Spitze, gepaart mit einer semiparabolischen Aktion ist ideal. Gut geeignet sind Match- oder spezielle Sbirolinoruten mit Wurfgewichten bis etwa 30 Gramm.

Extra-Tipp: Auch im Winter brauchen Sie nicht auf die Vorteile des Schleppens verzichten. Allerdings müssen die Köder nun extrem langsam präsentiert werden, wozu die Sbirolinos nicht so gut geeignet sind. Nehmen Sie stattdessen einfach eine leichte Pose. Sie ist richtig ausgebleit, wenn nur noch die farbige Spitze herausschaut. Zwar erreicht man mit dieser Montage nicht so große Wurfweiten, aber gerade im Frühjahr halten sich die Forellen oft in Ufernähe auf, da sich dort das Wasser zuerst erwärmt.

 

Posen-Schleppmontage

Alternative für den Winter: Zum sehr langsamen Schleppen wird der Sbirolino durch eine Pose ersetzt.

Alternative für den Winter: Zum sehr langsamen Schleppen wird der Sbirolino durch eine Pose ersetzt.

 

Die Grundmontage

 

In der kalten Jahreszeit sind die Forellen oft träge und verharren an den tiefsten Punkten des Sees. In diesem Fall sind statisch angebotene Köder erste Wahl. Auch Großforellen kann man mit dieser Methode eher fangen als mit aktiven Ködern. Da die Teiche häufig einen schlammigen Untergrund haben, sollten Sie ein so genanntes Tiroler Hölzl als Gewicht verwenden. Das ist ein Blei mit einem integrierten Auftriebskörper, der die Schnur vorm Einsinken bewahrt. Alternativ können Sie auch einen schnell sinkenden Sbirolino nehmen, der aufgrund seiner Größe kaum im Schlamm versinken wird.

Je nach Beißlaune der Forellen sollte das Vorfach zwischen 50 und 150 Zentimetern lang sein. Gerade große Fische, die schon länger im Teich sind, kennen alle Angler-Tricks und werden nur mit feinsten Montagen überlistet. Vorfach-Durchmesser von 0,12 Millimetern fallen kaum auf und erhöhen die Chancen auf einen kapitalen Fang. Allerdings müssen Sie dann äußerst vorsichtig drillen, sonst bricht die Schnur!

Grundmontage

 

Träge Forellen überlistet man mit dieser Montage. Damit die Fische den Köder nehmen, muss er unbedingt auftreiben.

Träge Forellen überlistet man mit dieser Montage. Damit die Fische den Köder nehmen, muss er unbedingt auftreiben.

 

Es ist besser, den Köder kurz über Grund anzubieten als aufliegend. Das gelingt etwa mit schwimmendem Forellenteig. Sie können aber auch jeden anderen Köder mit einer Styroporkugel oder einem künstlichen Lachsei (z.B. „Power Eggs“ von Berkley) zum Schweben bringen. Ein kleines Bleischrot definiert, wie weit über Grund der Leckerbissen lockt. Um die Tiefenschichten zu durchsuchen, schieben Sie einfach das Blei alle 15 Minuten ein paar Zentimeter weiter Richtung Grundblei. Ganz raffinierte Angler tarieren ihren Köder so aus, dass er nur ganz, ganz langsam aufsteigt. Sie verzichten auf ein Blei auf dem Vorfach, so dass der Haken in Zeitlupe vom Grund Richtung Oberfläche wandert. Dies macht die Forellen an manchen Tagen verrückt.

Die Ruten sollten mindestens drei Meter lang sein und über eine feine Spitze verfügen, die die Fluchten abpuffert. Die Rolle muss eine sehr gut arbeitende Bremse haben, damit der Fisch Schnur nehmen kann, ohne sie zu sprengen. Ein nützliches Utensil ist ein elektrischer Bissanzeiger. So können Sie bequem mit zwei Ruten angeln. Sobald ein Fisch den Köder nimmt, warten Sie, bis die Schnur richtig läuft und setzen dann einen nicht zu harten Anschlag.

 

Mit dem Futterkorb

Die klassische Grundmontage wird durch eine simple Abwandlung noch fängiger: Statt des Bleis fädeln Sie einfach einen geschlossenen Futterkorb auf. Diesen füllen Sie zum Beispiel mit Maden. Die Krabbler werden nach und nach aus ihrem „Gefängnis“ kriechen und die Forellen anlocken. Noch besser ist allerdings ein Brei aus Forellen-Pellets, die in der Fischzucht verwendet werden. Dort kaufen Sie sie auch am besten ein, denn erstens sind sie dort äußerst günstig. Und zweitens haben die original Pellets einen sehr hohen Proteinanteil, was die Lockwirkung erhöht.

Diese kapitale Lachsforelle beweist es: Auch bauchige Posen mit seitlicher Schnurführung sind zum Schleppen geeignet.

Diese kapitale Lachsforelle beweist es: Auch bauchige Posen mit seitlicher Schnurführung sind zum Schleppen geeignet.

 

Für die Herstellung nehmen Sie am einfachsten schwimmende Pellets. Sinkende sind nämlich härter und müssten umständlich fein gemahlen werden. Am Tag vorm Angeln weichen Sie das Futter in Wasser ein. Über Nacht entsteht ein Brei, den Sie nur noch gut auspressen müssen. Dieser eignet sich übrigens auch hervorragend als Hakenköder. Dazu müssen Sie ihn lediglich mit einigen Eigelb binden. Für den Einsatz im Futterkorb wollen wir aber genau das Gegenteil erreichen. Schließlich soll unter Wasser ja eine verführerische Duftwolke entstehen. Dies erreichen Sie ganz einfach mit einer geviertelten Multivitamin-Tablette aus dem Supermarkt. Ein Stück wird zusammen mit dem Teig in den Futterkorb gesteckt. Unter Wasser fängt die Tablette dann an zu sprudeln und verteilt das Futter großflächig. Es explodiert förmlich eine Duftbombe. Diesem Reiz kann auch im Winter keine Forelle widerstehen. So locken Sie die Fische auch aus größerer Distanz an Ihren Platz.

 

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Das Tirolersystem - immer fängig

Stichwort Köderfischsystem

An meinem Fluss scheint mir das bekannte Tirolersystem das geeignetste zu sein. Andere Fischer bevorzugen auch andere Systeme. Du musst dich einfach damit gut zurechtfinden und Vertrauen haben. Die Führung eignest Du dir mit der Zeit an – jeder Wurf macht dich ein wenig erfahrener. Ich habe mir für das Tirolersystem eine alternative Montage angeeignet. Damit ist der Köderfisch schneller fixiert und rutscht weniger schnell vom Bleikopf, als bei der üblichen Montage.

Köder-Lexikon

Forellen können äußerst wählerisch sein! Wer aber den richtigen Verführer anbietet, geht selten als Schneider nach Hause. Hier die Köder-Top-Ten von Dirk Buran.

By Dirk Buran

Sind Sie Forellenfan? Dann sollten Sie unbedingt einen Blick in mein Köderlexikon riskieren. Hier finden Sie die Standard-Verführer (in alphabetischer Reihenfolge) für das ganze Jahr ebenso wie diejenigen, die ich nur zu bestimmten Jahreszeiten oder Wetterbedingungen einsetze. Eines aber haben alle gemeinsam: Sie sind verdammt fängig!

Die Unterschiede dabei erklären sich durch das natürliche Nahrungsangebot und die Beißlaune der Fische. Denn im Frühjahr und Herbst läuft der Stoffwechsel der Salmoniden aufgrund der milden Temperaturen auf Hochtouren. Die optimale Voraussetzung für "geschleppte" Köder, was beim Forellenfischen bedeutet, dass sie vom Ufer aus gleichmäßig durch das Wasser gezogen werden.

Im Winter und Sommer sind die Fische eher träge. Sie bewegen sich wenig und bevorzugen kleine Nahrung, die sich mit minimaler Anstrengung fangen läßt. Ein schnell geführter Köder ist jetzt fehl am Platz, ein quirliges kleines Madenbündel an der Pose fängt aber hervorragend.

 

1. Bienenmaden

Diesen bei uns noch ziemlich unbekannten Köder legten mir italienische Experten ans Herz. Im "Spaghetti-Land" ist die Bienenmade dort "Camola" genannt nicht umsonst der Forellenköder Nummer 1. Doch auch hierzulande braucht der Eiweißhappen keinen Vergleich zu scheuen. Er ist neben auftreibendem Forellenteig der Allroundköder der das ganze Jahr erfolgreich ist.

Ganz wild sind die Forellen auf einen Doppel-Köder der schon beim leichtesten Zug verführerisch rotiert: zwei Bienenmaden die in L-Form am Haken aufgespießt werden. Die eine bedeckt den Hakenschenkel die andere sitzt halb auf dem Bogen halb steht sie vom Haken weg.

Es scheint aber nicht allein der Bewegungsreiz zu sein der für tolle Fänge sorgt. Denn das übliche Problem dass die Fische beim Anbiss durch den Widerstand der Rutenspitze den Köder wieder loslassen begegnet einem bei Bienenmaden äußerst selten. Ganz erstaunlich! Wahrscheinlich munden die fetten Maden den Forellen so sehr dass sie beim Biss jeden Argwohn verlieren.

Doch diese fleischige Delikatesse verspricht auch an der ruhenden Posenrute Erfolge. Allerdings kombiniere ich sie an der normalen Posen-Montage mit einem lebhafteren Köder (wie einem kleinen Wurmschwanz oder einem Fleischmaden-Bündel). Die Bienenmade am Haken bewegt sich nämlich kaum und somit sorgt dieser zweite Happen für den optischen Anreiz.

 

2. Dendrobena

Mit Dendrobena aber auch Laub- und Mistwürmern hat man Erfolg wenn die Forellen träge sind. Angeboten werden sie auf zwei Arten: an einer ganz leichten Posenmontage beziehungsweise an einer leichten Grundblei- oder übertief eingestellten Posenmontage. Im zweiten Fall sorgt ein Styropor-Kügelchen für Auftrieb.

 

3. Fleischmaden

Sie sind für mich einer der absoluten Top-Köder für die heiklen Hochsommer- und Wintertage. In diesen Jahreszeiten kommen sie auch an die Montagen für Bienenmaden. Eine Dose Maden habe ich anders als Würmer bei fast jedem Ansitz dabei: An vielen Angelanlagen die die Benutzung von zwei Ruten erlauben schleppe ich mit einer Gerte. An der zweiten Rute fische ich ein mit Styropor aufgepopptes Madenbündel auf Grund. So kann ich ruhig und konzentriert Schleppen ohne mich ständig um eine durch den Wind verdriftende Pose kümmern zu müssen.

Für die stationäre Rute eignen sich Maden das ganze Jahr. Sie kringeln sich herrlich aufreizend und werden als heller Köder von den Forellen gut wahrgenommen. Zu Zeiten der "Forellenteig-Manie" sind die fetten Kringler fast eine Besonderheit und somit für die Forellen interessanter als die überall herumbaumelnden bunten Teigklumpen mit Glittereffekt.

 

4. Heuschrecken

Ein Köder den viele Angler sicher noch nie zum Forellenfischen eingesetzt haben. In einigen der von mir befischten Teichanlagen ist er im Hochsommer aber das A und O! Die Heuschrecke ist dort besonders erfolgreich wo sich in Teichnähe Wiesen befinden. Sie sollte an einer Wasserkugel an der Oberfläche angeboten werden.

Beim Aufspießen auf den Haken wird die Heuschrecke getötet wodurch die Fangchancen sinken. Die Lösung: wasserfester Sekundenkleber mit dem ich die Grashüpfer am Haken befestige. So sorgen sie an der Wasseroberfläche lange für Trubel.

 

5. Köderfischchen

Kleine tote Köderfischchen von fünf bis sieben Zentimeter Länge sind - falls erlaubt - ein Top-Köder. Ich setze sie bevorzugt im Frühjahr und Herbst an der Pose ein wenn die Salmoniden besonders aktiv sind.

Einfach das Fischchen im Maulwinkel anködern die Montage auswerfen und dann mit kurzen Stopps wieder einholen. Bei einem Biss lasse ich die Schnur locker und schlage erst dann an wenn die Pose für einige Sekunden unter Wasser gezogen wird. Denn die Silberlinge sind im Verhältnis zu den üblichen Happen etwas größer daher lasse ich der Forelle ein klein wenig mehr Zeit zum Schlucken.

 

6. Lachseier

Im Winter in vielen Gewässern unschlagbar. Lachseier oder Rogenstränge werden mit der Posenmontage in Bodennähe oder auf Grund angeboten. Die befischte Stelle noch mit ein paar losen Lachseiern oder Forelli-Körnern anfüttern und man wird nicht lange auf Bisse warten müssen. Eine delikate Variante: Eier kombiniert mit ein paar Fleischmaden.

 

7. Maiskörner

Der absolute Geheimtipp: Mais im Hochsommer an der feinen Posenmontage im Cocktail mit einigen Fleischmaden! Falls sich einmal forellentechnisch nur wenig machen lässt kann ich mit Mais noch den einen oder anderen strammen Karpfen überlisten diese sind in Forellenanlagen als Beibesatz eigentlich immer vorhanden.

 

8. Teige

Zum Forellenfischen gibt es von fast jeder Angelgeräte-Firma eine Auswahl verschiedener auftreibender und sinkender Teigpasten. In Deutschland haben sich diese Köder ganz klar zum Forellenfänger Nr. 1 entwickelt! Kein Wunder lässt sich damit doch hervorragend Schleppen aber auch mit Grundblei oder Posen fischen.

Zum Schleppen wird um den Haken herum ein flaches Plättchen geknetet dem ich durch ein spiralförmiges Verdrehen noch einmal zusätzliches Leben einhauche. Mit Forellenteigen kann sowohl mit Sbirolino Piombino und Pose geschleppt werden.

An Tagen an denen sich jedoch partout kein Salmonide für die geschleppten Köder interessieren will können auftreibende Forellenteige über Grund mit der leichten Grundblei- oder Posenmontage fängig angeboten werden. Dazu wird der Teig in Form eines kleinen Kügelchens um den Haken geknetet.

Dafür taugen neben den kommerziell erhältlichen Pasten selbstverständlich auch eigene Kreationen. Weißer Toastbrotteig etwa ist beim Schleppen oft genauso erfolgreich wie die teuren Teige aus dem Laden.

 

9. Troutwürmer

Ein exzellenter Weichplastik-Köder zum Schleppfischen - falls künstliche Beute-Imitate erlaubt sind. Werden zwei dieser Verführer L-förmig am Haken angebracht rotieren Sie beim Schleppen mit Sbirolino Piombino oder Pose wie verrückt und lassen kaum eine Forelle kalt. Allerdings sollte nach dem Biß zügig angeschlagen werden weil die Forelle den Troutwurm sonst eher wieder ausspuckt.

Dies umgehe ich durch einen Cocktail: auf dem Hakenschenkel ein Stückchen Troutwurm und im Hakenbogen ein Tauwurmschwänzchen oder eine Bienenmade. So bekommt die Forelle immer auch einen Happen "Herzhaftes" und überlegt sich dreimal ob sie den Köder wieder loslässt.

Troutwürmer sind in den verschiedensten Farben erhältlich. Als Faustregel gilt: Heller sonniger Tag = dunkler Wurm; trübes regnerisches Wetter = so knallig wie möglich. Die Wabbler sind besonders erfolgreich im Frühjahr und im Herbst.

 

10. Twister

Sie sind exzellente Schleppköder für Sbirolino Piombino und Pose deren Einsatz jedoch nicht überall gestattet ist. Wenn bei Twistern der Hakenbogen zusätzlich noch mit ein paar Maden garniert wird stürzen sich die Forellen auf den Köder.

Die Fängigkeit lässt sich durch die L-förmige Montage noch weiter steigern. Bei dieser Montage wackelt das Hinterteil aufreizend zusätzlich rotiert der gesamte Hakenköder. Am fängigsten sind Twister zwischen 25 und drei Zentimeter Länge.

Platsch platsch!

Dort, wo es gestattet ist, beschert das Anfüttern ein dickes Extraplus! Denn auf das Geräusch von Futter, das aufs Wasser prasselt, sind noch fast alle Forellen aus ihrer Zeit in der Fischzucht getrimmt.

Ein einzelner großer Futterball bringt aber relativ wenig. Er klatscht zwar laut auf das Wasser und sorgt für eine gute Duftwolke, doch nur in den seltensten Fällen bleiben die Salmoniden auf der angefütterten Stelle, um nach dem Ursprung des Platschens oder der Futterwolke zu suchen.

Viel erfolgreicher ist es, in regelmäßigen Abständen (alle fünf Minuten) kleinere Mengen Futter einzuwerfen. Dafür eignen sich eine Futterschleuder voll Forelli, Mais, Anfütter-Lachseiern oder mehrere haselnussgroße Futterbälle einer speziellen Forellenfutter-Mischung. So werden die Salmoniden laufend auf den Futterplatz aufmerksam gemacht und schnappen nach den absinkenden Partikeln.

 

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